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Niclas Füllkrug im Interview: Ich bin nicht der Geilste

Niclas Füllkrug im Interview: Ich bin nicht der Geilste

Niclas Füllkrug ist Werder Bremens wichtigster Neuzugang, obwohl er gar kein Neuzugang ist. Ein Gespräch über Selbstbewusstsein und Verantwortung – und schöne Momente in der Reha.


Herr Füllkrug, ein großes Thema des Sommers war der Umbruch im Bremer Kader. Viele ältere Spieler sind nicht mehr da, die Hierarchie in der Kabine musste sich neu ausrichten. Wie sieht Ihre Rolle dabei aus?

Ich versuche, auf dem Platz und auch außerhalb des Platzes vorneweg zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Deshalb bin ich schon ein Spieler, dem man Gehör schenkt. Wir haben jetzt zudem aber auch ein paar mehr Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen, als noch in der letzten Saison. Das ist gut, so können wir uns besser aufteilen.

Sie geben sich selbstbewusst, formulieren Ihren Anspruch als jemand, der Verantwortung übernehmen will, auch sehr offensiv.

Ich behaupte nicht, dass ich das kann! Ich sage aber: Entweder steckt das in einem oder eben nicht. Wenn eine Aufgabe ansteht, die entweder ich selbst machen oder sie einem anderen überlassen könnte, dann würde ich sie eher selbst machen. Weil ich weiß, dass ich alles dafür tun würde. Wenn es dann am Ende nicht klappt, dann klappt es nicht. Dann fehlte mir vielleicht die Qualität oder der Gegner war zu gut. Aber ich kann mich bei mir darauf verlassen, dass ich definitiv alles dafür geben werde. Das meine ich damit, wenn ich sage: „Am Ende gibt es dann keine Entschuldigung mehr.“ Weil ich die Verantwortung übernehme. Es ist nicht so, dass ich mich hinstelle und sage: „Ich bin der Geilste! Ich kann etwas, das die anderen nicht können.“ Ich nehme die Verantwortung nur lieber selbst auf mich, als dass ich sie einem anderen überlassen würde.

Ein zweischneidiges Schwert in einem Mannschaftssport, oder?

Wieso? Wenn es einen Elfmeter gibt, dann möchte ich den schießen. Weil ich das Gefühl habe, dass ich das Tor mache. Bei einem Freistoß dagegen bleibe ich weg, da gibt es bestimmt fünf andere Spieler in der Mannschaft, die das besser können als ich. Das bedeutet Verantwortung nämlich auch: Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen zu kombinieren mit der rechtzeitigen, dosierten Zurückhaltung.

Ist das für einen Mittelstürmer nicht doppelt schwer?

Man benötigt schon ein gewisses Maß an vielleicht sogar Arroganz, bestimmt aber an Eigensinn. Das hat fast jeder Angreifer in sich drin, ich kenne jedenfalls kaum einen, bei dem das anders ist. Aber selbst wenn ich einen Lauf haben sollte, viele Tore schieße – dann versuche ich trotzdem bei dem zu bleiben, was mich stark macht. Ich fange dann bestimmt nicht an, verrückte Dinge zu probieren, die ich gar nicht kann. Das ist auch eine Frage der Selbsteinschätzung.

Sie haben als 93er Jahrgang Ihre Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum und im Internat bekommen. Ecken und Kanten wurden den Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit aber so gut es geht abtrainiert. Ein Fehler im Hinblick auf einen mündigen, selbstreflektierten Spieler?

Einen „Fehler“ würde ich es nicht nennen, ich will niemandem zu nahe treten. Aber es war schon so, dass man zwar Qualität haben wollte, aber keine Abweichungen von der Norm. Natürlich ist es etwas anderes, wenn ich als 27-Jähriger meinen Charakter auslebe oder wenn ich das mit 20 tue. Man muss sich in einer Hierarchie einordnen, das konnte ich als junger Spieler aber nicht immer optimal. Ich habe öfters zu hören bekommen, dass ich einfacher spielen solle oder vielleicht mal einen Satz weniger reden. 

Was er gelernt hat, warum man Kevin De Bruyne keine Ansagen machen konnte und wie das Verhältnis zu Trainer Florian Kohfeldt ist: Das komplette Interview mit Niclas Füllkrug in der aktuellen SOCRATES-Ausgabe.  

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