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"Scheiß Saison, gutes Ende": Werder bleibt

"Scheiß Saison, gutes Ende": Werder bleibt

Werder Bremen hat das Horrorszenario Abstieg abgewendet. Im Relegations-Rückspiel beim Underdog aus Heidenheim genügte den Norddeutschen ein hektisches 2:2.


Auf der Tribüne riss Marco Bode jubelnd die Arme in die Luft, auf dem Platz fielen sich Florian Kohfeldt und Frank Baumann erleichtert in die Arme: Nach einer Saison zum Vergessen hat Werder Bremen das Happy End geschafft. Im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim kamen die Bremer zu einem 2:2 (1:0) und wendeten nach der mageren Nullnummer zuhause den ersten Absturz in die Zweitklassigkeit seit 40 Jahren ab.

"Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass wir es doch noch geschafft haben. Wir waren so oft tot...", sagte Bremen-Coach Florian Kohfeldt bei DAZN und fügte an: "Scheiß Saison, gutes Ende." Der viermalige Meister, der lediglich 1980/81 zweitklassig gewesen war, ging in einem umkämpften Geisterspiel bereits in der 3. Minute durch ein Eigentor von Norman Theuerkauf in Führung, Ludwig Augustinsson (90.+4) legte erst in der Nachspielzeit nach.



Frank Schmidt enttäuscht

Heidenheim mühte sich redlich, doch der Doppelpack von Tim Kleindienst (85./90.+7, Foulelfmeter) reichte nicht zum erhofften Wunder, mit gesenktem Kopf schritt Trainer-Urgestein Frank Schmidt nach Abpfiff über den Platz. Seit der Wiedereinführung der Relegation 2009 setzte sich damit in neun von zwölf Fällen der Bundesligist durch. "Wir haben eine große Chance gehabt, wir sind mega enttäuscht", sagte Schmidt.

Es werde eine "Frage der Nerven sein", hatte Bremen-Coach Florian Kohfeldt vor dem wichtigsten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte betont. Man dürfe sich von der Erwartungshaltung "nicht erdrücken lassen". Dies gelang seinem Team, das auf den gesperrten Abwehrchef Niklas Moisander verzichten musste, erst einmal.

Bereits nach 56 Sekunden hatte Joshua Sargent die Chance zum 1:0, traf den Ball aber nicht richtig. Das gelang dafür Theuerkauf - allerdings in die falsche Richtung. Der frühere Bremer, der von 2005 bis 2007 bei Werder II gespielt hatte, ging nach einem von Maximilian Eggestein in den Strafraum gespielten Pass übermotiviert zu Werke und traf aus 15 Metern.

 
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50 Fans im Stadion

Milot Rashica und Davy Klaasen (9. und 10.) hätten kurz darauf auf 2:0 erhöhen können, scheiterten aber am stark reagierenden Torhüter Kevin Müller. Werder war überhaupt das aktivere Team. Bei Heidenheim, das erst seit 2014 in der 2. Liga spielt, war eine gewisse Nervosität zunächst unübersehbar.

Erst als sich Bremen nach einer halben Stunde immer weiter zurückzog, kamen die Gastgeber besser ins Spiel - ohne torgefährlich zu werden. Auch Kapitän Marc Schnatterer, der in die Startelf rückte, konnte keine Akzente setzen.

Nach der Pause blieben Schnatterer und Denis Thomalla draußen. Die dafür eingewechselten Stefan Schimmer und David Otto hatten gleich gute Möglichkeiten. Danach versäumte Werder in einem offenen Schlagabtausch die Entscheidung durch Sargent, Milos Veljkovic und Ludwig Augustinsson.

Für Aufregung sorgten kurz auch rund 50 FCH-Fans, die nach gut einer Stunde in der Voith-Arena aufgetaucht waren, nach wenigen Minuten aber wieder verschwanden. Nach Kleindiensts Abstauber-Ausgleich folgte eine hektische Schlussphase.

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