Die besten Storys schreibt der Sport.

Tuchel soll gefeuerten Lampard beerben: Chelsea wird zum FC Deutschland

Tuchel soll gefeuerten Lampard beerben: Chelsea wird zum FC Deutschland

Thomas Tuchel soll neuer Teammanager des FC Chelsea werden. Der frühere Bundesliga-Coach würde von der entlassenen Vereinsikone Frank Lampard übernehmen.


Der Heilsbringer des FC Chelsea kommt aus "Good Old Germany", die lebende Klublegende muss gehen: Thomas Tuchel soll neuer Teammanager des schwer strauchelnden Premier-League-Klubs und Nachfolger des glücklosen Frank Lampard werden. Die Vereins-Ikone wurde am Montag etwas überraschend entlassen.

Chelsea auf Rang neun

Nach dem bedenklichen Absturz in der Tabelle soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge nun Tuchel (47) den Champions-League-Sieger von 2012 wieder nach oben führen. Außerdem soll er den teuren deutschen Neuzugängen Timo Werner und Kai Havertz aus ihren persönlichen Krisen helfen.

Tuchel war erst im Dezember bei Paris St. Germain geschasst worden. 2020 hatte er PSG noch zum französischen Meistertitel, zum Pokalsieg und ins Champions-League-Finale geführt. Schon am Mittwoch (19.00 Uhr) könnte er im Ligaspiel gegen die Wolverhampton Wanderers sein Debüt geben.



Die Aufgabe in London wird für den früheren Mainzer und Dortmunder Bundesliga-Coach alles andere als leicht. Nach zuletzt nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Partien war Chelsea in der Tabelle auf Rang neun abgerutscht. Die vor der Saison ganz klar angepeilten Champions-League-Ränge geraten immer mehr aus dem Blickfeld.

Abramowitsch steckte rund 250 Millionen Euro in den Kader

Lampard konnte auch ein 3:1 im FA Cup gegen Zweitligist Luton Town nicht mehr retten. Der 42-Jährige reagierte in einem Statement am Montagabend "enttäuscht, dass ich nicht die Zeit bekommen habe, den Klub nach vorne zu bringen." Er habe um die Schwere der Aufgabe gewusst und sei "stolz über unsere Entwicklung, darüber, dass Spieler unserer Akademie den Sprung ins Profiteam geschafft haben. Sie sind die Zukunft des Vereins."

Klubbesitzer Roman Abramowitsch sprach nach der Trennung von einer "sehr schwierigen Entscheidung, nicht zuletzt, weil ich ein exzellentes Verhältnis zu Frank und größten Respekt vor ihm habe". Angesichts der schwierigen Lage sei ein Trainerwechsel aber unumgänglich. Denn für einen Platz im gesicherten Mittelfeld hatten Abramowitsch und die mächtige Sportchefin Marina Granovskaia im Sommer nicht rund 250 Millionen Euro in den Kader gesteckt. 

Die Entscheidung ist völlig lächerlich

Für Tuchel wird es nun wichtig sein, als Stars verpflichtete Spieler wie Werner (53 Millionen) und Havertz (80 Millionen) aus dem Formtief zu holen. Das war Lampard bis zuletzt nicht gelungen. Auch der dritte deutsche Nationalspieler bei Chelsea, Antonio Rüdiger, spielte bei ihm nur eine untergeordnete Rolle.

Für Lampard war es die zweite Trainerstation nach einem Jahr beim Zweitligisten Derby County in der Saison 2018/2019. Nach einer guten ersten Spielzeit bei seinem Herzensverein, die mit der Qualifikation für die Königsklasse geendet hatte, scheiterte er an den hohen Ansprüchen des Hauptstadt-Klubs.

Von den früheren Nationalspielern Gary Lineker und Michael Owen wurde die Entscheidung des Klubs heftig kritisiert. Als "völlig lächerlich", bezeichnete Lineker den Schritt, für Owen war die Nachricht "absolut niederschmetternd". Beide bemängelten auf Twitter, dass Lampard nach den vielen Veränderungen im Sommer zu wenig Zeit gegeben worden sei.

Die Entlassung ist für Lampard selbst besonders emotional, da er von 2001 bis 2014 selbst für die Blues spielte und zahlreiche Erfolge feierte. Er wurde mit Chelsea dreimal Meister, viermal FA-Cup-Sieger und gewann 2012 die Champions League im "Drama dahoam" für den FC Bayern in München. Seine Zeit als Coach endete weit weniger ruhmreich.



Auf allen Endgeräten verfügbar: Das Socrates-ePaper

Wenig bezahlen, viel lesen: Das neue Socrates-Abo

Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.

Weitere Informationen OK