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Nicht nur der „Sohn und Neffe von“

Nicht nur der „Sohn und Neffe von“

Den Fußball hat Sebastian Hoeneß im Blut. Mit der Bürde seines prominenten Namens hat er schon lange gelernt zu leben – nun will er sich in der Bundesliga selber einen Namen machen.


Hoeneß. Der Name steht im deutschen Fußball wie kein zweiter für Erfolg, er flößt dem Gegenüber direkt Respekt ein. Für den, der ihn trägt, bringt der Name aber auch stets Erwartungsdruck mit sich. Sebastian Hoeneß kennt das schon seit Schulzeiten. „Da gab es schon Situationen, in denen ich mir gewünscht hätte, als Sebastian wahrgenommen zu werden, und nicht nur als Hoeneß“, erzählte er einst.

Wenn Sebastian Hoeneß am Sonntag seine Arbeit als neuer Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim antritt, muss er mit diesen Erwartungen erstmals im Rampenlicht der Bundesliga zurechtkommen. Sein Onkel Uli drückte der Liga als Macher bei Bayern München seinen Stempel auf, und auch Vater Dieter hinterließ auf und neben dem Platz große Fußstapfen. Der Zusatz „Sohn von Dieter und Neffe von Uli“ begleitet Sebastian Hoeneß deshalb stets.

Das erste Wort: „Ball“

„Ich heiße nun mal schon immer Hoeneß. Der Name polarisiert, deswegen kenne ich das gar nicht anders“, sagte der 38-Jährige. Als Spieler konnte Hoeneß, der es unter anderem 2006/07 in Hoffenheim nicht über die Regionalliga hinaus schaffte, freilich nicht an die großen Erfolge seiner berühmten Verwandten anknüpfen – Uli Hoeneß wurde schließlich Welt- und Europameister, Dieter brachte es als Topstürmer beim VfB Stuttgart und bei den Bayern ebenfalls bis in die Nationalmannschaft.

Die Leidenschaft für den Fußball wurde Sebastian Hoeneß deshalb in die Wiege gelegt. „Wenn mein Vater telefoniert hat, mit Journalisten, Spielern, Spielerberatern, saß ich als Kind daneben und habe eine Stunde lang zugehört“, erzählte er im vergangenen Jahr der Süddeutschen Zeitung. Und sowieso, berichtete der stolze Vater der Münchner Abendzeitung, sei das erste Wort seines Sohnes „Ball“ gewesen.

Als Trainer will sich Sebastian Hoeneß nun einen eigenen Namen machen, ein erstes Glanzlicht hatte er zuletzt mit dem überraschenden Meistertitel der zweiten Mannschaft der Bayern in der 3. Liga bereits gesetzt. Gelernt hat er dafür von den Besten seiner Zunft. Er hospitierte bei Pep Guardiola, Thomas Tuchel und Huub Stevens – vor allem die Begegnung mit dem spanischen Star-Trainer hatte es ihm angetan.

Sebastian Hoeneß wird neuer Trainer in Hoffenheim

Sebastian Hoeneß wird neuer Trainer in Hoffenheim

TSG Hoffenheim hat Sebastian Hoeneß als neuen Trainer verpflichtet.



„Es ist nicht der Dieter oder der Uli Hoeneß“

„Das war für mich natürlich mit das Größte, dass ein Pep Guardiola – ich traue es mich fast nicht zu sagen – auf Augenhöhe mit mir über Fußball gesprochen hat“, berichtete Hoeneß, der nach einem Engagement in der Jugend von RB Leipzig den Sprung zur U19 der Bayern wagte – auch wenn Uli Hoeneß „nicht angetan“ von der Idee gewesen sei, schließlich habe sein Onkel gewusst, „dass da immer etwas mitschwingt“.

Das dachten sich auch manche Bayern-Fans, als erste Gerüchte über eine Beförderung zur zweiten Mannschaft aufkamen. „Großer Name macht noch keinen großen Trainer“, hieß es da auf einem Transparent im Stadion. Der als zurückhaltend und bodenständig geltende Hoeneß antwortete mit Leistung. 

Dass ihm das auch in Hoffenheim gelingen wird, davon ist Vater Dieter überzeugt. „Er kann was und ist bereit“, sagte der 67-Jährige und betonte: „Es ist der Sebastian Hoeneß und nicht der Dieter oder der Uli Hoeneß.“ Die Erwartungshaltung ist auch ohne den berühmten Namen schon groß genug.

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