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"Touchdown für Deutschland": "Kellner" Johnson schreibt Geschichte

"Touchdown für Deutschland": "Kellner" Johnson schreibt Geschichte

Vom Kellner zum deutschen NFL-Star: Der Stuttgarter Jakob Johnson hat mit seinem ersten Touchdown für die New England Patriots Geschichte geschrieben.


Vor zwei Jahren schenkte Jakob Johnson als Kellner noch Bier beim Badischen Oktoberfest oder auf der Landesgartenschau aus. Doch in der Nacht zum Montag schrieb der Stuttgarter NFL-Geschichte: Erster Touchdown für die New England Patriots, als erst zweiter deutscher Footballprofi überhaupt.

Damit ist der 25-Jährige auch der erste Offensivspieler aus Deutschland, dem dieses Kunststück gelang. Zuvor hatte es nur Verteidiger Markus Kuhn vor sechs Jahren für die New York Giants mit dem Ball in die Endzone geschafft. "Das wusste ich nicht, aber das ist großartig", sagte Johnson, "ich bin mir sicher, dass ich das später auch realisieren werde."



"Touchdown für Deutschland"

Kuhn gratulierte umgehend seinem Nachfolger. "Glückwunsch!!! Willkommen im Club", schrieb der ehemalige Defensive Tackle auf Twitter. Auch Linebacker Mark Nzeocha von den San Francisco 49ers freute sich über den "Touchdown für Deutschland", das Maskottchen von Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart warf in den Sozialen Medien Konfetti in die Luft.

Die Freude über den Meilenstein war bei Johnson allerdings getrübt, der Ärger über die knappe 30:35-Niederlage bei den Seattle Seahawks überwog. Der Touchdown gebe ihm "natürlich ein gutes Gefühl", aber der Sieg "wäre mir lieber gewesen, um ehrlich zu sein".



Der erste Pass

Wenige Sekunden vor Schluss blieb Patriots-Quarterback Cam Newton ein Yard vor der Endzone an einer Menschenmauer hängen. Kurz zuvor hatte es der Nachfolger des nach 20 Jahren abgewanderten Superstars Tom Brady besser gemacht, im vierten Viertel fand er Johnson aus einem Yard völlig freistehend in der Endzone.

Es war der erste Touchdown-Pass von Newton im Trikot der Patriots - dass dieser von Johnson gefangen wurde, war mehr als überraschend. Denn der Fullback wird hauptsächlich als Blocker eingesetzt und kommt eigentlich selten mit dem Football in Berührung. Genau diesen Umstand nutzte Trainerguru Bill Belichick aus.

Mit dem Touchdown schrieb Johnson, Sohn einer Deutschen und eines Afro-Amerikaners, auch ein weiteres erfolgreiches Kapitel des International Pathway Program (IPP) für nicht-amerikanische Talente. Johnson erkämpfte sich vor zwei Jahren einen Platz im Förderprogramm der NFL, nachdem er nach seiner Zeit am College in Tennessee für eine Saison zu den Stuttgart Scorpions in die Heimat zurückgekehrt war.

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Eine teure Pfanne

Damals sprach wenig für eine Karriere in der stärksten Football-Liga der Welt, Johnson selbst rechnete gar nicht mehr damit. Doch dann nahm alles seinen Lauf, der 1,91 Meter große und 116 kg schwere Stuttgarter machte sich mit harter Arbeit, Ehrgeiz und Bescheidenheit einen Namen. Nach seinem NFL-Debüt im vergangenen September hatte er sich noch mit einer "teuren Pfanne und einem teuren Topf" für seine Wohnung belohnt.

Im Vorjahr fing Johnson für die Patriots in vier Spielen genau einen Pass für fünf Yards, vielmehr machte er aber mit wichtigen Blocks auf sich aufmerksam. Dann warf ihn eine Schulterverletzung zurück, ehe er mit seinem zweiten gefangenen Pass in der NFL umso stärker zurückkehrte - und sich einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte.

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