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Hertha rutscht in den Abstiegskampf

Hertha rutscht in den Abstiegskampf

Labbadia ratlos: Hertha BSC steckt nach einem schweren Patzer mittendrin im Abstiegskampf.


Bruno Labbadia tobte am Spielfeldrand umher und hob in seinem alten Wohnzimmer ratlos die Arme. Der erfahrene Trainer soll den mit Investoren-Millionen aufgepumpten "Big City Club" Hertha BSC in den Europapokal führen, doch nach dem unterirdischen 0:1 (0:0) bei seinem Ex-Klub Arminia Bielefeld heißt die Realität: Abstiegskampf.

"Bielefeld hat in den entscheidenden Situationen den Kampf mehr angenommen", sagte Verteidiger Niklas Stark bei Sky. "Daraus müssen wir lernen. Weil wir das nicht genauso getan haben wie sie, müssen wir die drei Punkte eben hier lassen."

Auf Platz zwölf haben die Berliner nur noch fünf Punkte Puffer auf den Relegationsplatz, den Aufsteiger Bielefeld am Sonntag durch seinen vierten Saisonsieg verließ. Reinhold Yabo (64.) gelang der Treffer für die Arminia. "Für uns war das ein sehr großer Schritt", sagte Yabo, "bisher war unsere Saison ja nicht ganz einfach."



Labbadia hatte sich auf seine Rückkehr auf die Alm gefreut. "Es ist ein gemütliches, schönes Stadion. Es könnte auch in England stehen, ein kleines Schmuckkästchen", sagte er. Der frühere Torjäger hatte zwischen 1998 und 2001 selbst für die Arminia gestürmt, in 106 Spielen erzielte er 52 Tore.

Hertha fehlen im Spiel die Ideen

Doch es wurde ein ungemütlicher Abend. Labbadia musste kurzfristig auf drei Spieler verzichten: Matheus Cunha stand wegen anhaltender Probleme in der Leistengegend nicht zur Verfügung. Zudem fehlten Eduard Löwen und Marton Dardai.

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt war die Anfangsphase bestimmt von Nickeligkeiten und wenig Spielfluss. Einzig Jhon Cordoba tauchte zweimal vor dem Tor von Arminia-Keeper Stefan Ortega auf. Hertha fehlten im Spiel nach vorne die Ideen, beide Mannschaften neutralisierten sich.

Rekordverdächtiger Videobeweis

Es dauerte bis zur 31. Minute, ehe Ortega von Dodi Lukebakio zum ersten Mal mit einem Fernschuss ernsthaft geprüft wurde. So brauchte es eine strittige Szene, um etwas Schwung in die extrem schwache Begegnung zu bekommen: Fabian Klos wurde im Berliner Strafraum durch einen Kontakt von Stark zu Fall gebracht.

Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) entschied auf Elfmeter - dann folgte ein rekordverdächtiger Videobeweis. Nachdem der Kölner Keller zu keiner Entscheidung gekommen war, schaute sich Winkmann die Szene selbst an und nahm seine Entscheidung nach 4:13 Minuten zurück.

Nach dem Seitenwechsel verpasste Yabo zunächst die Riesenchance zur Bielefelder Führung. Später aber  setzte er sich in einem grenzwertigen Zweikampf gegen Stark durch und traf aus der Drehung. Ritsu Doan verpasste eine frühere  Entscheidung mit einem Pfostenschuss (70.).



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