Die besten Storys schreibt der Sport.

DEL: Dann kam die Pleite

DEL: Dann kam die Pleite

Vor 26 Jahren wurde die DEL gegründet und das erste Spiel in der neuen Eishockey-Liga ausgespielt. Und erlitt gleich einen herben Rückschlag.


Ein wenig wackelig auf den Beinen war Bobby Hull, als er auf dem Teppich zum Bully-Punkt schritt und in alle Richtungen freudig winkte. Der NHL-Altstar hatte im VIP-Raum des Augsburger Curt-Frenzel-Stadions Gefallen am bayerischen Bier gefunden. Dennoch gelang am 15. September 1994 das erste Bully mit dem Prominenten aus Nordamerika - und der Start in die neu gegründete Deutsche Eishockey Liga (DEL).

Titelverteidiger München, gerade erst von Hedos auf den gewöhnungsbedürftigen Namen "Mad Dogs" umbenannt, gewann das erste Spiel in der Ligageschichte beim Aufsteiger Augsburg zwar standesgemäß mit 6:1. Doch schon am 20. Dezember meldeten sich die Münchner vom Spielbetrieb ab - wegen Schulden in Höhe von rund 16 Millionen Mark.



Holpriger Start

Genau diese Pleiten sollten eigentlich durch das neue Konstrukt verhindert werden. Die eingetragenen Vereine, die in der 1958 gegründeten Bundesliga zuletzt immer wieder mit finanziellem Harakiri aufgefallen waren, wurden durch Kapitalgesellschaften ersetzt, die von der Liga streng kontrolliert werden sollten. Ein Novum im deutschen Profisport.

Der Start der neuen Liga gestaltete sich sehr holprig - auch weil der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zunächst die DEL führte, die Klubs, angeführt vom Kölner Rechtsanwalt Bernd Schäfer III, aber Eigenständigkeit forderten. Die bekamen sie drei Jahre später auch. Dennoch: Der Streit mit dem DEB bestimmte weiter die ersten Jahre, die Liga verschwand im Pay-TV, das Bosman-Urteil vertrieb viele deutsche Spieler, zahlreiche Standorte verschwanden von der DEL-Landkarte (unter anderem Landshut, Kaufbeuren, Rosenheim, Weißwasser, Frankfurt, Kassel, Hannover oder Oberhausen), das Teilnehmerfeld schrumpfte von 18 auf 14.

Doch mit der Zeit konsolidierte sich die DEL, andere Sportarten orientierten sich an ihr, sie schloss Frieden mit dem Verband, unterstützte ihn in der Nachwuchsarbeit und profitierte von den Erfolgen der Nationalmannschaft wie dem Sensationssilber bei Olympia 2018. Bis Corona kam - und die DEL 26 Jahre nach ihrem Start wieder in existenzielle Nöte brachte.

Auf allen Endgeräten verfügbar: Das Socrates-ePaper

Wenig bezahlen, viel lesen: Das neue Socrates-Abo

Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.

Weitere Informationen OK