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Die Deutschen in der NFL: Einmal Brady umhauen

Die Deutschen in der NFL: Einmal Brady umhauen

Drei deutsche Profis haben in der NFL ihren Platz im 53er-Kader sicher. Zwei weitere hoffen, im Verlauf der am Donnerstag beginnenden Saison ihre Chance zu bekommen. Ein überblick.


MARK NZEOCHA (30/Linebacker), San Francisco 49ers 

Noch am 2. Februar lief Mark Nzeocha staunend durch Miami und spielte vor 62.000 Zuschauern um den Super Bowl. Das wirkt angesichts der Pandemie, während der er lange in Dallas in seinem eigenen Fitnessraum trainierte, als wäre es Jahre her. Nzeocha verlor mit den 49ers gegen die Kansas City Chiefs, er hat also noch einen großen Traum, den er sich erfüllen möchte. Diesmal allerdings an einem 7. Februar, in Tampa. Vielleicht auch wieder vor Zuschauern.   

EQUANIMEOUS ST. BROWN (23/Wide Receiver), Green Bay Packers

Der junge Mann mit der wahrscheinlich weltweit einmaligen Vornamenskombination Equanimeous Tristan Imhotep lässt sich der Einfachheit halber "EQ" rufen. Nach einem Jahr Verletzungspause will er seinen Namen "schleunigst" der kurzen Liste der Deutschen hinzufügen, die einen NFL-Touchdown erzielt haben: Denn auf der steht nur Markus Kuhn (New York Giants/2014). Die Chancen stehen nicht so schlecht, St. Brown wird womöglich die Nummer drei unter den fünf Wide Receivern der Packers sein. Sein Quarterback Aaron Rodgers kann auch durchaus werfen - er steht bei 364 Touchdown-Pässen seit 2007.



JAKOB JOHNSON (25/Fullback), New England Patriots

Es ist noch nicht lange her, dass Jakob Johnson beim badischen Oktoberfest bei Freiburg Bier und halbe Hähnchen an die Tische gebracht hat. Inzwischen lebt der Stuttgarter (stilecht mit 0711-Tattoo) den Traum vom großen Football. Er hatte es schon zum Patriots-Starter geschafft, verpasste dann aber große Teile der Saison wegen einer Verletzung. Nun hat sein Konkurrent seinen Rücktritt erklärt - es sieht gut aus. Die halben Hähnchen dienen inzwischen nicht mehr der Deckung des Kontos, sondern der des eigenen, gewaltigen Kalorienbedarfs. 

DAVID BADA (25/Defensive Lineman), Washington Football Team

David Bada träumt davon, endlich die ganz großen Stars zu treffen - und zwar mit seinem Körper. "Ich will die Legenden wie Tom Brady, Russell Wilson, Aaron Rodgers oder Drew Brees sacken." Sacken, also: umhauen, während die Quarterback-Superstars den Ball halten. Eine kernige Ansage für einen Newcomer. Der gelernte Gas-Wasser-Installateur aus München ist erwartungsgemäß der Kaderverkleinerung auf 53 Profis zum Opfer gefallen, steht aber im Practice Squad. So kann er mit den Großen wenigstens trainieren. 



DOMINIK EBERLE (23/Kicker), Las Vegas Raiders

Als Fan des 1. FC Nürnberg weiß Dominik Eberle, was es bedeutet zu leiden. In der NFL kann sich von Tag zu Tag alles verändern, mal ist man draußen, dann doch wieder dabei. Eberle, dessen Wohnung in Vegas voller US-Sporttrikots hängt, ist momentan so halb dabei - zumindest wohl im Practice Squad der Raiders unter denjenigen, die jederzeit ins Team hochgezogen werden können. Trotz aller Ungewissheit: Er sei "das kleine Kind aus Hosla (Großhaslach, d. Red.), das es irgendwie nach Las Vegas geschafft hat", sagt Eberle. Im Pre Draft Camp schoss er einen Ball aus 61 Yards zwischen die Stangen - im Nürnberger Trikot.

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